8th European Conference on Creativity and
Innovation vom 3.-6. September 2003 in Mainz:
Cross-Cultural Innovation
Anfang September 2003 war die an der Fachhochschule
ansässige Gesellschaft für Kreativität e.V. Gastgeber der
8. Europäischen Konferenz für Kreativität und Innovation,
die ansonsten alle zwei Jahre in den Niederlanden
stattfindet. 130 Kreativitäts- und Innovationsexperten aus
20 Nationen fanden am Standort Holzstrasse drei Tage lang
ideale Arbeitsbedingungen, um sich über Cross-Cultural
Innovation im besonderen sowie Kreativität und Innovation
im allgemeinen auszutauschen. Die in englischer Sprache
abgehaltene Konferenz ging der Frage nach, was passiert,
wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen und wie
aus diesen Konfrontationen befruchtende Impulse für
kreative Problemlösungen zu erzielen sind.
Das Programmangebot war mit 60 Vorträgen in sechs
parallelen Zügen sowohl sehr umfang-reich als auch sehr
vielfältig. Diese wurden unterschieden in BUSINESS, SOCIETY
sowie OPEN CATEGORY und dauerten entweder 20 oder 60
Minuten, wobei letztere dominierten. Zur Sicherung des
Qualitätsniveaus wurde im Vorfeld der 8. ECCI weltweit ein
‚Call for academic papers’ durchgeführt. Eine
international hochrangige Jury hatte insgesamt 28
akademische Beiträge in zwei Wertungsrunden begutachtet und
eine Rangordnung der 12 Besten ermittelt. Diese werden in
einem Tagungsband sowie einer Sonderausgabe der Zeitschrift
‚Innovation and Creativity Management’
veröffentlicht. Aber auch während der Konferenz wurde
weiter gepunktet und bewertet, um unter den 60 Vorträgen
jene zu ermitteln, die bei den Teilnehmern am besten
ankamen. Die besten sechs wurden am Samstagnachmittag im
Plenum wiederholt, damit alle daran teilhaben konnten.
Neben dem anspruchsvollen Vortragsprogramm kam aber auch
die Gruppenarbeit nicht zu kurz. Mittels der
Konferenzmethode ‚Open Space’ hatten die
Teilnehmer Gelegenheit, zum Hauptthema
‚Cross-Cultural Innovation’ offene
Arbeitsgruppen zu bilden und die Ergebnisse anschließend
allen zu präsentieren. Alternativ dazu wurde in
interkulturellen Gruppen Team-work in dem Projekt
‚Creativity Hands-On’ erlebbar gemacht. Die
Teams wurden ganz bewusst möglichst vielfältig hinsichtlich
Nation, Geschlecht und Alter zusammengestellt, um das Thema
HUT (Headgear) zu bearbeiten, welches der Tagung als
Metapher diente.
Wie Cross-Cultural Innovation im Bereich der Musik möglich
ist, wurde hör- und sichtbar, als die Gruppe AfroPeans
Flower Band anlässlich der Eröffnung der Konferenz in der
Mainzer Christuskirche eine einstündige Kostprobe gab. Die
drei Musiker (ein deutscher Organist und zwei afrikanische
Perkussionisten) erbrachten den Beweis, dass sich
europäische Klassik in Form von Johann Sebastian Bachs
Tocata in D-moll hervorragend mit afrikanischen Trommeln
verschmelzen lässt. Den Teilnehmern aus 20 Nationen wurde
ein beeindrucken-des, innovatives Klangerlebnis geboten. Da
das Konzert öffentlich war, nahmen auch etliche Mainzer
Bürger die Gelegenheit war, diesem rhythmischen Auftakt
beizuwohnen
Der Gesellschaft für Kreativität e. V. war es gelungen, den
US-amerikanischen Kreativitäts-pionier Sidney Parnes
(ehemals Buffalo State University) als Schirmherrn zu
gewinnen. Trotz seiner 81 Jahre ließ er es sich nehmen, in
Begleitung seiner Gattin an allen Tagen präsent zu sein. In
Anerkennung für sein Lebenswerk wurde ihm die
Ehrenmitgliedschaft verliehen Erstmals nahmen auch
hochrangige Experten aus Japan und China an der Konferenz
teil: Mr. Zhang-du, President of China Creative Studies
Institute und Professor der Shanghai University überbrachte
die Einladung zu einer internationalen Konferenz in 2004
.Er führte aus, dass man in China stark durch unseren
Schirmherrn Sidney Parnes geprägt worden sei, der bereits
1985 und ausgedehnter dann 1987 anlässlich einer
Vortragsreise dort weilte. Mr. Takahashi, President of
Japan Creativity Society berichtete, dass seine
Gesellschaft schon 1979 gegründet wurde und er im Oktober
die 25. Konferenz abhalten werde zum Thema
‚Creativity of Japanese’ – How can Japan
contribute to the future of the world.
International noch bekannter ist Prof.Dr. Ichimura von der
Nihon University in Tokio, der sich auf dem Weg nach
Finnland befand, wo er alljährlich Vorlesungen gibt.Grund
zur Freude hatte auch die europäische Dachorganisation
EACI, die anlässlich der 4.Konferenz 1993 in Darmstadt
gegründet wurde und nun hier den 10. Geburtstag feiern
konnte. Aus diesem Anlass wurde erstmals eine
Generalversammlung der European Association for Creativity
and Innovation durchgeführt um die Weichen zu stellen für
ein Europa, das im kommenden Jahr zehn neue Mitgliedsländer
umfassen wird. Außerdem galt festzulegen, wo die
9.Konferenz im September 2005 stattfinden wird. Die
Entscheidung fiel auf Kufstein in Österreich. Das dort
vorgesehene Thema lautet BRIDGING und kann als Fortführung
des diesjährigen Themas CROSS-CULTURAL INNOVATION gesehen
werden, das mit einer Konferenz nicht erschöpfend zu
behandeln ist. Die 9. ECCI wird ebenfalls an der dortigen
Fachhochschule stattfinden, die erst vor wenigen Jahren
gegründet wurde.
Im Anschluss an die Generalversammlung am Freitagnachmittag
wurde der bisher nur national propagierte ‚Tag der
Kreativität’ erstmals europaweit ausgerufen und damit
zum EUROPEAN DAY OF CREATIVITY ausgeweitet mit dem Ziel,
künftig am 5. September in möglichst vielen Ländern und
Regionen Europas Veranstaltungen zu haben, um das
Bewusstsein für Kreativität nachhaltig zu steigern und sein
Schatten-Dasein zu beenden. Um die Symbolkraft dieses
DENK-Tages zu stärken, wurde eine Declaration of Creativity
verabschiedet: ergänzend war ein Wall of Commitments
(Wandzeitung) vorbereitet und die Teilnehmer nutzten diese
für ihre guten Wünsche und Absichtserklärungen.
Der Initiator dieses DENK-Tages, Professor Dr. Mehlhorn,
verlas bei dieser Gelegenheit das Grußwort, welches die für
Jugend und Kultur zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding
den Tagungsteilnehmern übermittelt hatte. Die Patenschaft
für den ersten EUROPEAN DAY OF CREATIVITY hat der Mainzer
Technologieführer Schott übernommen, bei dem Innovation und
damit Kreativität einen hohen Stellenwert haben: Schott
– glass made of ideas’.
Der letzte Tag der Konferenz war als sog. Business-Day
konzipiert und fand aus Platz-gründen im benachbarten
Hyatt-Hotel statt. Der Vormittag war den beiden
Keynote-Speakern gewidmet, die extra zur Konferenz aus
London anreisten: Ms. Vanda North –CEO und Gründerin
der Buzan Center- sprach über ‚Creative learning in
different cultures’ und Mr. Mehmood Khan über
‚Unilever’s approach to global
innovation’. Die beiden Vorträge wurden verbunden
durch ein sog. Business-Theatre, das die renommierte
Mannheimer Theater-gruppe (Visual Communications)
aufführte. Am Nachmittag folgten dann die besten Vorträge
der beiden Vortage. Im Hyatt-Hotel wurden aufgerufen: Prof.
Dr. Ricarda Bouncken von der TU Cottbus ‚Imapact of
cultural diversity on new ventures’, Drs. Anne Bijl
(NL) ‚How to make It work’ und Drs. MBA Monika
de Waal (NL) ‘Organizational Due Dilligence’
In der Aula der Fachhochchule kamen zeitgleich zum Vortrag:
Mr. Sören Borch (DK) ‚Sex and creativity’ (60
Min.), Arno Dirlewanger (Frankfurt) ‘Science Fiction
and Innovation in German companies’ und Prof. Scott
Isaksen aus Buffalo (N.Y) ‘The dynamic nature of
creative problem solving – its cross-cultural
implications and applications'.
Die Tagung begann mit einem musikalischen Event und endete
auch mit einem solchen: Die Mainzer Ranzengarde begleitete
die farewell-ceremony, die dank des guten Wetters im Hof
der Fachhochschule stattfinden konnte. Prof. Dr. Jan Buijs
von der TU in Delft bedankte sich in seiner Eigenschaft als
Präsident der EACI bei den Gastgebern für die erfolgreiche
Tagung.