In Deutschland ist mentalitätsbedingt das genaue Ausformulieren und Aufschreiben von Gedanken eine beliebte Form, um Ideen aus den Köpfen zu holen. Im angel-sächsischen Kulturraum wird hingegen das verbale Generieren von Ideen bevorzugt. Die Ringtauschtechnik wurde 1968 von dem Marketing-Berater Rohrbach als Methode 635 aufgrund negativer Erfahrungen mit Brainstorming entwickelt. Häufig wurden damals die Regeln des Brainstormings nicht eingehalten und es wurde beklagt, dass man nicht zum gründlichen Nachdenken kommt, weil man ja zuhören und die Ideen der Anderen weiter entwickeln soll.

Kategorie

Technik der freien Assoziation

Vorgehensweise

Bei der Ringtauschtechnik werden A4-Blätter in drei Spalten geteilt und jeder Teilnehmer schreibt jeweils eine Idee in die drei Spalten. Nach Ausfüllen der drei Spalten werden die Blätter reihum weitergereicht und die Ideen spaltenweise weiterentwickelt (jeweils in ca. fünf Minuten). Dieser Vorgang wird fünf- bis sechsmal wiederholt. Anschießend wird eine verdeckte Bewertung im Ringtauschverfahren vorgenommen. Es werden Kleingruppen gebildet, in denen dann eine kreative Weiterentwicklung der ausgewählten Ideen stattfindet.

Typische Aufgabenstellungen
Die Ringtauschtechnik eignet sich vor allem zur Erarbeitung von Namen, Slogans oder Leitsätzen. In vielen Projekten wird der Vorschlag auftauchen, ein Motto oder einen Leitsatz aufzustellen; hierzu ist die Ringtauschtechnik bestens geeignet.

Zeitbedarf
ca. 1 Stunde

Notwendige Erfahrung
Keine

Mögliche Probleme bei Erstanwendung
Keine

Empfohlene Teamgröße und -struktur
Für eine Sitzung sind zwischen 5 und 7 Teilnehmer einzuladen, die möglichst heterogen in Wissen und Erfahrung sind.

Einzelanwendung
Wendet man diese Technik alleine an, so empfiehlt es sich, die Ideenfindung zeitlich zu verteilen.

Besondere Vorteile
- Eigenbestimmtes, ungestörtes Denken
- Paralleles Arbeiten
- Richtige Formulierungen
- Kein versierter Moderator nötig
- Störendes Verhalten wird unterbunden
- Aktivierung zurückhaltender Teilnehmer
- Ideenbewertung ist in die Methode integriert

Anwendungsklippen
- Weniger spontan als bei Brainstorming
- Geringerer Anregungseffekt als bei Brainstorming
- Wenig Platz, um Ideen auszudrücken
- Keine Anregung und positive Orientierung durch den Moderator
- Starres Vorgehen

Weiterführende Literatur
B. Rohrbach: Kreativ nach Regeln, in: Absatzwirtschaft, 12,1969, S. 73 - 76.

H. Geschka; M. Schwarz-Geschka: Kreativität in Projekten. In: O. Gassmann (Hrsg.): Praxiswissen Projektmanagement. Bausteine, Instrumente, Checklisten. München, Wien (Hanser) 2005, S. 155 - 181

H. Geschka; G. Lantelme: Kreativitätstechniken. In: S. Albers; O. Gassmann (Hrsg.): Handbuch Technologie- und Innovationsmanagement. Strategie – Umsetzung – Controlling. Wiesbaden (Gabler) 2005, S.285 – 304