Technische Hinweise
Anzahl der Teilnehmer: Maximal 15 Personen.
Material: Jeweils 1 Flipchartblatt für 2-3 Teilnehmer,
1 schwarzen Filzschreiber für jeden Teilnehmer. Die Flipchartblätter werden auf glatten Wänden befestigt. Die gesamte Ideensammlung dauert 15 Minuten.

Einsatzmöglichkeiten
Eine gute Durchblutung des Gehirns fördert den Ideenfluss im Gehirn ganz entscheidend. Daher ist Bewegung ein wesentliches Element im Zusammenhang mit kreativem Denken. Ist ein Team schon längere Zeit gesessen, dann lockert diese Methode auf (und ist deshalb auch nach dem Mittagessen verwendbar).

Ziel der Übung
Da es sich um eine Weiterführung von 'Brain Writing' handelt, sollen dessen Vorteile (ungestörte Assoziationsmöglichkeiten, keine Bewertung durch Kollegen) übernommen, dessen Nachteile (statisch, etwas komplizierte Nachbearbeitung) vermieden werden. Die Teilnehmer bringen eigene Ideen ein und bauen auf Ideen anderer Teilnehmer auf, d.h. entwickeln diese weiter.

Ablauf der Übung
Auf jedem Blatt steht oben das gleiche Thema.
Während der ersten Minuten schreiben die Teilnehmer spontane Einfälle auf das Flipchartblatt, bei dem sie stehen.
Dann gehen sie im Raum herum, sehen sich auf anderen Flipchartblättern die Einfälle der übrigen Teilnehmer an und schreiben dort neue Assoziationen dazu. Sie schreiten so nach und nach den Raum ab und entwickeln immer wieder neue Assoziationen, die auf den Gedanken der anderen aufbauen.
Während der Ideensammlung wird nicht gesprochen, um den spontanen Assoziationsfluss nicht zu unterbrechen.
Die Blätter werden von den Wänden genommen, die Beiträge vorsichtig in Streifen gerissen, so dass jeder Beitrag zu einem eigenen Papierstreifen wird. Überschüssiges weißes Papier wird entfernt. Die Streifen können nun an Pinwänden oder am Boden weiter bearbeitet werden.

Auswertung
a) Die Gruppe kann sich dann entscheiden (wenn wenig Zeit ist), 'Rosinen picken' nach Hermann Will zu wählen. Jeder Teilnehmer wählt 3 Ideen aus, die ihm am vielversprechendsten erscheinen (durch Intuition). Dann muss er sich von 2 trennen und entscheidet sich für seinen Favoriten. Jeder Teilnehmer muss diese Wahl begründen, wenn er seine Auswahl bekannt gibt. Die Gruppe entscheidet dann eventuell durch eine Reihung, welche Themen weiter bearbeitet werden. Positiv ist, dass für die Bewertung die Hintergründe jeder Auswahl bekannt sind.
b) Die 2. Möglichkeit ist der 'Blitzsort' nach Kaan. Hierfür müssen die Papierstreifen auf den Boden gelegt werden. Alle Teilnehmer der Gruppe engagieren sich und bilden Cluster, die auf Gemeinsamkeiten der jeweiligen Streifen hinweisen. Am Boden werden nun verschiedene Kolonnen aufgebaut (vorerst noch ohne Überschriften). Sobald die Sache etwas unübersichtlich wird, sollten die Kolonnen beschriftet werden. Erfahrungsgemäß werden damit bestimmte Kolonnen wieder aufgelöst bzw. Streifen umsortiert. Der erste Sortiervorgang dauert meist nur ca. 5 Minuten, Beschriftung und Umreihung nochmals ca. 10-15 Minuten. Anschließend findet ein neuer Ideenfindungsvorgang statt, indem zu jeder Kolonne (je nach Überschrift) weitere Ideen entwickelt werden sollen.
Wenn vorher eine saubere Zieldefinition stattgefunden hat, was mit den neuen Ideen erreicht bzw. gelöst werden soll, dann ist eine systematische Bewertung der entwickelten Ideen nicht mehr so schwer.

Persönlicher Kommentar
Nicht nur, dass viel Bewegung und Dynamik bei der Ideenfindung und Nachbearbeitung entsteht, entfernt man sich von seinen Gedanken (indem man seinen Platz beim ersten Flipchart verlässt) und sieht sich Ideen anderer auch mit einigem Abstand (2-3m) an. Dies ist oft recht wirksam. Anfänglich muss der Moderator/Trainer die Teilnehmer allerdings auffordern, den Flipchart-Platz zu wechseln.