Kategorie
Methoden zur Gewinnung von Synergie aus interdisziplinären
Teams (in Wortform)
Vorgehensweise
Die Regeln des Brainstormings bestehen aus einem Set von
Verhaltenweisen, die in einem gemeinsamen (Team-)Prozess
die Entfaltung von Kreativität fördern bzw.
Kreativitäts-blockaden abbauen wollen. Die Kernregeln sind:
1. Trenne die Phase der Ideenfindung von der Phase der
Ideenbewertung („Keine Kritik“);
2. Höre gut zu; greife Ideen Dritter auf und entwickle sie
weiter.
3. Sei mutig genug, um alle Ideen zu äußern, die dir in den
Sinn kommen, auch wenn sie sehr spekulativ und unfertig
erscheinen („Freie Phantasie“)
4. Lege den Ehrgeiz ab, nur möglichst gute Ideen
hervorbringen zu wollen und versuche stattdessen, möglichst
viele Ideen zu produzieren – dann werden auch
ausreichend viele gute darunter sein.
Brainstorming ist sozusagen der „Prototyp“
kreativer Teamarbeit. Die Regeln sollten auch bei der
Anwendung anderer Kreativitätstechniken beibehalten werden.
Typische Aufgabenstellungen
Alle Probleme, die auf die Entwicklung neuer Konzepte
zielen.
Komplexe Probleme sollten in unabhängig lösbare
Teilprobleme zerlegt werden, die dann in separaten
Brainstormings behandelt werden.
Zeitbedarf
Reine Ideenfindungsphase: 20-60 Minuten, in selteneren
Fällen auch länger - je nach Ideenspielraum des behandelten
Problems und der kreativen Qualitäten der Teilnehmer.
Notwendige Erfahrung
Eine gewisse Teamfähigkeit sowie die Befähigung, sich vom
„bewährten Stand der Technik“ innerlich
befreien zu können.
Mögliche Probleme bei Erstanwendung
Man fällt in „alte“ Verhaltensweisen zurück,
insbesondere in die Bewertung vorgebrachter Ideen.
Die Regel „Freie Phantasie“ wird mißverstanden;
man produziert zu vorsätzlich Absurditäten.
Empf. Teamgröße und –struktur
5-7 Teilnehmer; Mischung aus Experten und Vertretern aus
solchen Fachgebieten, aus welchen sich interessante Impulse
für das gestellte Problem erwarten lassen.
Empfehlenswert: Rollen der Moderation und der
Protokoll-Führung getrennt besetzen.
Bei nicht-technischen Problemen ist eine Mischung der
Geschlechter anregend.
Einzelanwendung
Es ist durchaus sinnvoll, die Regeln 1,3 und 4 auch beim
solitären Ideenfinden einzuhalten.
Besondere Vorteile
Die Breite der bearbeitbaren Aufgabenstellungen;
die Regeln sind für jedermann einsichtig
Anwendungsklippen
Vor allem die Regeln 1 und 3 werden nur an der Oberfläche,
nicht aber in voller „Verinnerlichung“
ausgeübt.
Das gewählte Problem ist zu komplex
Die Protokollführung hält Ideen nur in Stichworten, nicht
aber in den hervorgebrachten kreativen Details fest.
Bei technischen Problemen werden Ideen nicht ausreichend
visualisiert.
Weiterführende Literatur:
Helmut Schlicksupp: Ideenfindung. 6. Auflage, Würzburg 2004