Kategorie
Methoden zur Gewinnung von Synergie aus interdisziplinären
Teams (in Wortform)
Vorgehensweise
Gleicht in den Grundzügen einem Brainstorming, wird jedoch
in der Besonderheit angewandt, daß das eigentliche
Kern-Problem nur dem Moderator bekannt ist.
Der Moderator gibt zunächst eine sehr weite Definition der
Problematik vor und nähert sich dann sukzessive durch
weitere
Vorgaben bzw. allmählich Spezifizierung der
Aufgabenstellung der Kernproblematik.
Damit soll erreicht werden, dass das angedachte
Ideenspektrum möglichst breit ist und sich die Teilnehmer
nicht vorschnell auf Ideen einengen, die für die
Kern-Problematik den bekannten Stand der Technik
repräsentieren.
Typische Aufgabenstellungen
Entwicklung neuer Produkte, Produktkomponenten, Verfahren
und Dienstleistungen
Zeitbedarf
Kann 2-3 Stunden in Anspruch nehmen; Pausen einfügen
Notwendige Erfahrung
Prinzipiell wie bei Brainstorming; besondere
Moderatoren-Erfahrung notwendig
Mögliche Probleme bei Erstanwendung
Liegen eher in der Person des Moderators und seinem
Geschick, die Fragenkaskade zielführend aufzubauen und die
entstandene Gedankenbreite bei zunehmener Konkretisierung
der Aufgabenstellung bewußt zu halten.
Eine sorgfältige, für alle Teilnehmer sichtbare
Protokollierung der Ideen aus jeder Formulierungsstufe des
Problems ist in diesem Sinne zwingend erforderlich.
Empf. Teamgröße und –struktur
Wie bei Brainstorming, mit der Beachtung, daß das
Kern-Problem keinem Teilnehmer bekannt ist.
Einzelanwendung
Der grundlegende Ansatz, erst sehr allgemein „in die
Breite“zu denken, ist auch für solitäres Ideenfinden
empfehlenswert.
Besondere Vorteile
Entwicklung eines sehr breiten gedanklichen Spektrums.
Anwendungsklippen
siehe mögliche Probleme der Erstanwendung;
manche Teilnehmer können etwas ungeduldig werden, wenn man
„Nicht gleich zur Sache kommt“.
Weiterführende Literatur
Die Methode wurde entwickelt von William Gordon bei Arthur
D. Little Consulting
(„Gordon/Little-Technique“). Vertiefende
deutschsprachige Literatur – außer sehr skizzenhaften
Beschreibungen - ist derzeit nicht verfügbar.
Empfehlenswert: GOOGLE-Suche mit
„Gordon/Little-Technique“
Beispiel
Das Kern-Problem: Wie könnte eine Verpackung für
Kartoffelchips
gestaltet werden, die (in Regalen von Supermärkten) die
Kunden
„zum Zugreifen“ animiert?
1. Sehr allgemeine Fragestellung:
„Was fasziniert uns, was reizt uns, was zieht uns
magisch an?“
2. Erste Spezifizierung:
Was würden wir davon in besonderer Weise mit
„Genießen“ in Verbindung bringen?
3. Zweite Spezifizierung:
Welche bildhaften Vorstellungen stellen sich ein bei
„Ich genieße
einen Snack?“
4. Dritte Spezifizierung:
Welche Anreizqualitäten würden insbesondere zum
„Knabbern“
auffordern?
5. Wie könnte eine Verpackung für Kartoffelchips aussehen,
die
man instinktiv haben möchte?