Kategorie
Erzeugung neuer Ideen durch Verknüpfung sinnentfernter Elemente

Vorgehensweise
Die Methode stellt den Vorgang „Schaffe eine Erfindung“ dann „Gebe der Erfindung einen zutreffenden Namen“ auf den Kopf.

Es werden „Zufalls-Namen“ gebildet, die beim Anwender der Methode intuitiv neue Bedeutungen (= Semantische Intuition) hervorrufen können, die nun zu prüfen sind, ob und inwieweit sie sich zu einer brauchbaren Innovation ausgestalten lassen.

Bei der bevorzugten Anwendung – die Hervorbringung von Ideen für neue Produkte – geht man so vor, dass man im einfachsten Fall Namen bereits vorhandener Produkte im Suchfeld auflistet, wobei zusammengesetzte Hauptwörter in ihre Wortbestandteile getrennt werden. Diese Worte werden nun in alle möglichen neuen 2er-Verbindungen gebracht, eben mit dem Ziel, daraus Vorstellungen über neue Produkte herzuleiten.
Die Breite der erzielbaren Ideen wird größer, wenn ein Teil der Objektworte aus dem Suchfeld (z.B. Küchengeräte) stammt, einen anderer Teil aus einem anderen Produkt-Gebiet (z.B. Gartengeräte).

Typische Aufgabenstellungen
Suche neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Zeitbedarf
45 – 90 Minuten. Kann beliebig erweitert werden.

Notwendige Erfahrung
Keine besondere. Ein gutes Vorstellungsvermögen ist hilfreich.

Mögliche Probleme bei Erstanwendung
Sollten nicht auftreten.

Empf. Teamgröße und –struktur
5-7 Teilnehmer. Sachliche Erfahrungen im Suchfeld wirken förderlich.

Einzelanwendung
Ohne weiteres möglich.

Besondere Vorteile
Jede neue Wortkombination bietet eine weitere Stimulusqualität. Dies hält den Prozeß lange auf einem Niveau hoher Anregung.

Anwendungsklippen
Eigentlich keine.

Weiterführende Literatur
Helmut Schlicksupp: Ideenfindung. 6. Auflage, Würzburg 2004

Beispiel
Problemstellung: Es werden Ideen für neues Küchen- und Speisewerkzeug gesucht.

1. Spontanes Assoziieren von bereits vorhandenem Zubehör und Begriffen aus dem Umfeld Küche/Speisen.
Zerlegen zusammengesetzter Hauptwörter in ihre Wortbestandteile.

1. Herd.........................a. Deckel
2. Dampf......................b. Messer
3. Platte........................c. Mixer
4. Kartoffel...................d. Teller
5. Stampfer...................e. Öffner
6. Reib...........................f. Sieb
7. Eisen.........................g. Eier
8. Kühl..........................h. Becher
9. Schrank......................i. Presse
10. Grill.........................k. Nudel
11. Pfanne......................l. Holz
12. Rost........................m. Gabel

Die Vielfalt und Originalität der erzielbaren Ideen kann erheblich angehoben werden, wenn auch Begriffe aus "küchenfremden" Gegenständen einbezogen werden.

2. Aus zufälligen Kombinationen der aufgelisteten Begriffe ergeben sich u.a. diese Anregungen und Ideen:

1/c: Mixer mit Wärmeabgabe, um bestimmte Mixvorgänge unter hohen Temperaturen ablaufen zu lassen.

6/a: Topfdeckel mit erweiterten Funktionen, zum Beispiel mit einer Reibstelle für Muskatnüsse etc.

7/g: Tauchwärmespender, die man zwischen der Speise in den Servierschüsseln beläßt, und welche z.B. Suppen oder Saucen von innen warm halten.

8/3: Servierplatte zum Kühlhalten von Desserts