Kategorie
Methoden zur Gewinnung von Synergie aus interdisziplinären
Teams;
Wechsel von Einzel- und Gruppenarbeit
Vorgehensweise
Verdichtet: Die Mitglieder des Teams erarbeiten individuell
je einen Lösungsansatz. Ihre Vorschläge werden reihum
präsentiert, und es wird im Team versucht, aus den Vorzügen
der Einzelideen Kombinationslösungen höherer Qualität zu
bilden.
Ausführlichere Beschreibung
Absicht und Ziel der SIL-Methode ist es, die Synergie in
kreativen Teamprozessen weit mehr zu verstärken, als dies
in üblichen Brainstormings wegen des raschen und zuweilen
sehr sprunghaften Gedankenflusses der Fall ist.
Nach der ausführlichen Durchdringung der Aufgabenstellung,
Klärung der Lösungsziele und exakten Definition der
Problemstellung erarbeitet jeder Teilnehmer für sich einen
Lösungsvorschlag. Dabei ist der Hinweis sinnvoll, sich
zunächst einige Alternativen zu überlegen und dann jene
auszuwählen und auszugestalten, die man für die
vorteilhafteste hält. Zeit für diesen Schritt: Etwa 25
Minuten.
Als nächstes bittet der Moderator Teilnehmer1 seine Idee zu
präsentieren (Evtl. Skizze auf Flipchart). Diese Idee wird
dann mit ihren Grundzügen auf die erste Pinwand übertragen.
Sie hat die Überschrift: Ideen der Teilnehmer
...
Dann wird in der Gruppe gemeinsam erörtert, worin die
besonderen Vorzüge dieser
Idee1 bestehen.
Das Ergebnis wird auf der zweiten Pinwand (Überschrift:
Besonders gut daran ist ...) festgehalten.
Dann trägt Teilnehmer2 seine Idee vor, die genau so
behandelt wird. Anschließend wird im Team versucht, aus den
Ideen 1+2 eine „Kombinationsidee“ (=
integrierte
Lösung) zu erarbeiten, die die Vorzüge beider Ideen
vereint.
Diese Kombinations-Idee1 wird auf Pinwand3 notiert.
(Überschrift: Integrierte Lösungen)
Bei der Teilnehmeridee3 wird analog verfahren, wobei es
jetzt darum geht, die erste Integrierte Lösung
(Kombinations-Idee) noch weiter zu verbessern. Es ist aber
auch zu überprüfen ob Idee 3+1 sowie 3+2 zu anderen
interessanten Kombinationsideen führen könnte. Die
Ergebnisse werden wiederum auf Pinwand3 geschrieben.
Der Prozeß ist beendet, wenn alle indivduellen
Teilnehmer-Ideen auf diese Weise
behandelt worden sind. In das Ergebnis-Protokoll fliessen
sowohl die Individualideen als auch alle Kombinationsideen
ein.
Typische Aufgabenstellungen
Technische und nichttechnische Konzeptionen von bevorzugt
etwas größerer Komplexität
Zeitbedarf
2-3 Stunden
Notwendige Erfahrung
Kundiger Moderator erforderlich
Mögliche Probleme bei Erstanwendung
Eigentlich keine – bei guter Moderation
Nicht ausreichend viel Visualisierungsfläche vorhanden.
(Mindestbedarf: 1 Flipchart + 3 Pinwände)
Empf. Teamgröße und –struktur
5-6 „aktive“ Teilnehmer; heterogen; ausreichend
gutes Problemverständnis ist Voraussetzung (keine extrem
laienhafte Problemfremdheit bei den Teilnehmern, vor allem
bei technischen Aufgabenstellungen)
Einzelanwendung
Im Sinne der Methode nicht möglich
Besondere Vorteile
Verstärkung der Synergie
Anwendungsklippen
Unzureichende Visualisierung/Detaillierung der
Teilnehmerideen
Weiterführende Literatur
H. Schlicksupp: Ideenfindung. 6. Auflage, Würzburg 2004